Arbeitsplatzbesuche

Wir denken, dass es für Kulturmanager*innen wichtig ist, sich nicht nur untereinander zu vernetzen, sondern auch aktiv und regelmäßig über den eigenen Tellerrand zu blicken, das Umfeld der Branchen-Kolleg*innen kennen zu lernen, in Diskussionen und Austausch zu kommen.

Daher haben wir das Format der "Arbeitsplatzbesuche" eingeführt. Bei dieser regelmäßigen Veranstaltung möchten wir Netzwerk-Mitglieder dazu einladen, ihr Arbeitsumfeld vorzustellen - und zwar direkt an ihrem Arbeitsplatz.

Wofür steht die Instititution, bei der ihr tätig seid, die ihr vielleicht selbst gegründet habt? Was sind eure persönlichen Aufgaben dort? Wie sind die Strukturen beschaffen? Welche Herausforderungen gibt es? Wie seid ihr zu dieser Tätigkeit gekommen? Was gefällt euch besonders gut?

Diese und viele weitere Fragen können Teil eines solchen Arbeitsplatzbesuchs sein. Wenn möglich könnt ihr durch die Räume führen, auf ein Getränk zur Gesprächsrunde laden und vieles mehr. Das Format ist offen für eure Ideen und Möglichkeiten!

Für Hamburg organisieren Team und Vorstand des Vereins die Arbeitsplatzbesuche zusammen mit den Netzwerk-Mitgliedern. Wir freuen uns, wenn auch in anderen Regionen dieses Angebot eingeführt wird, z.B. im Rahmen von regionalen Netzwerk-Treffen.Lasst uns entsprechende Infos zukünftiger und vergangere Treffen / Besuche gerne zukommen!

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Termine

Hamburg - Altonaer Museum - 10.01.2019

Am 10.01.2019 haben wir uns auf Einladung von Francesco Bresciani nach Ende der offiziellen Öffnungszeiten im Altonaer Museum getroffen, wurden von ihm und einer Kollegin durch die Räume geführt, haben viel über ihre Arbeit erfahren, die Geschichte des Hauses, die Strukturen in der Stiftung Historische Museen Hamburg, Kooperationen mit der Nachbarschaft, die drohende Schließung vor einigen Jahren und vieles mehr. Nach Ende der Führung sind dann einige Teilnehmer noch auf ein Getränk ins Nahe Ottensen weitergezogen.

Hamburg Kreativgesellschaft - 28.03.2019

Was genau macht eigentlich die Hamburg Kreativ Gesellschaft, wie ist sie aufgebaut und welche Ziele verfolgt sie? Darüber haben wir beim 2. Arbeitsplatzbesuch des KMM Netzwerks mit Fiona Dahncke (Alumna, 26. Jahrgang) und Selia Boumessid (Studierende, 29. Jahrgang) gesprochen. Die beiden haben eine Gruppe Interessierter aus dem Netzwerk in den Räumen der Kreativ Gesellschaft in der Hafen City empfangen und von ihrem Arbeitsalltag berichtet. Sie stellten die Angebote der im Jahr 2010 gegründeten Einrichtung vor und erläuterten die Struktur der GmbH als städtische Einrichtung. Mit der Kreativ Gesellschaft will die Stadt Hamburg Kreative fördern – sei es durch Wissensvermittlung und Vernetzung in Workshops, Beratungen und Coachings, durch Unterstützung bei der Finanzierung von Projekten oder durch die Vermietung von Arbeitsräumen an Künstler. 

Im Austausch mit den Netzwerkmitgliedern ging es bei dem Treffen dann auch um einen Realitätscheck: Welche Inhalte werden im KMM-Studium vermittelt und wie passen sie zu den tatsächlichen Anforderungen und Strukturen im Job? Wie können wir theoretische Methoden in der Praxis anwenden? Und wo stoßen wir als Kulturmanager*innen an Grenzen – sei es im Umgang mit geringen Budgets, als kleine Einrichtung in einem größeren Apparat oder bei internen Veränderungsprozessen? Die Gruppe tauschte sich auch über Diversität in Kultureinrichtungen, über Digitalisierungsprozesse, Work Life Balance, Bezahlung und berufliche Perspektiven aus.

VRHAM! Festival - 23.05.2019

Um Räume ging es beim 3. Arbeitsplatzbesuch des KMM Netzwerks letzte Woche - virtuelle Räume, aber auch ganz reale. Das VRHAM!-Festival, das vom 7.-15. Juni stattfinden wird, widmet sich Kunst in der virtuellen Realität: Durch VR-Brillen können Besucher*innen Kunstwerke ganz verschiedener Macharten und Ansätze entdecken, die von Künstler*innen aus aller Welt kreiert und am Computer zusammengesetzt wurden. Das VRHAM-Festival, das 2018 von KMM-Alumnus Ulrich Schrauth gegründet wurde, bietet dieser neuen Kunstform eine Öffentlichkeit und findet im Juni zum zweiten Mal statt. Wie im vergangenen Jahr werden die Arbeiten wieder im Hamburger Oberhafenquartier gezeigt.

Jonas Fischer, ebenfalls KMM-Absolvent, erklärte beim Besuch der Netzwerkgruppe anhand eines Modells das Konzept des Festivals und führte durch die noch leeren Räume im Oberhafen, in denen in den nächsten Tagen die einzelnen VR-Stationen aufgebaut werden. Dort werden nicht nur zwei Hallen, sondern auch das ehemalige Gleisbett für das Festival genutzt. Jonas verriet, welche Schwierigkeiten aber auch Chancen mit der Nutzung der unsanierten Räume im Oberhafen verbunden sind.

Steinway & Sons - 24.10.2019

Am 24.10. waren wir zu Besuch am Arbeitsplatz von Armin Strohmenger (26. Jhg. Präsenzstudium). Er nahm uns mit auf eine sehr beeindruckende, dreistündige Tour durch das Steinway & Sons-Werk in Bahrenfeld. Hier arbeitet er in einer vielfältigen Schnittstellen-Funktion zu Musik-Institutionen, der Geschäftsführung und neuen Geschäftszweigen. Weltweit gibt es nur noch ein zweites Werk (New York). Das Handwerk und die Präzision der Fertigung, die lange Tradition und das hohe Renommee der Firma ließen uns ebenso staunen wie der selbstspielende Flügel "Spirio".

DMG (Dental-Material Gesellschaft) - 20.01.2020

Am 20. Januar 2020 besuchten wir Alice Bonnin (25. Jahrgang), die als Ideenmanagerin für die Dental Material Gesellschaft (DMG) arbeitet. Das mittelständische Familienunternehmen mit Sitz in Lurup beschäftigt rund 400 MitarbeiterInnen, von denen 20 % einen Chemie-Background haben. Was macht eine KMMlerin mit Verbrauchsmaterialien für die Zahnarztpraxis? 

DMG hat sich mit zwei Stellen im (Produkt-)Ideenmanagement der Innovation verschrieben. So organisiert Alice, die als Elternzeitvertretung vor 2,5 Jahren begann, wöchentliche Workshops zu diversen Themen, die ihre KollegInnen bei ihr "einreichen". Dazu kann sie ReferentInnen einladen, Brainstormings und Design Thinkings organisieren, es gibt sogar eine eigens eingerichtete "DenkBar", wo das Ganze räumlich stattfindet. Sie berichtete von der Freude an der Arbeit, von ersten Erfolgen, mancher Skepsis von KollegInnen, vor allem aber der aufgeschlossenen Einstellung ihrer Vorgesetzten. Neben lustigen Do-It-Yourself-Versuchen mit Abformmasse, die nach Honig riecht und sogar die Oberflächenstruktur von 50 Euro-Scheinen abformen kann, ging es um Themen, die in vielen Branchen anstehen: Digitalisierung ("die digitale Praxis"), Patent-, Gebrauchsmusterschutz- und Markenschutzrechte, Hierarchien und Prozessoptimierungen.

Der nächste Termin ist bereits in Planung und bei Zeiten werden in unserem Newsletter die Details bekannt gegeben!